Speisen richtig fotografieren

Tipps zur FOOD Photography

Text und Foto: Cliff Kapatais

Es geht eigentlich, wie immer, nur um das Licht. Vor lauter Technikverliebtheit und Dekorationswahn vergessen wir oft, dass gutes Licht essentiell für ein gutes Foto ist.

Licht

Wenn man Speisen fotografiert will man sie so natürlich und appetitlich aussehen lassen wie möglich, deshalb wird meist nur eine Lichtquelle verwendet. Typischerweise positioniert man sein Hauptlicht hinter oder schräg neben dem Motiv und lässt es von einem 45 Grad Winkel auf die Szene fallen. Mit einem Reflektor (oder einer zweiten Lichtquelle) hellt man die Vorderseite des Tellers auf und verhindert so ungewollte – harte Schatten. Nie sollte das Essen frontal angeblitzt werden, wie man das zum Beispiel bei einem Portrait macht, das zerstört sämtliche Details und lässt es plastisch wirken. Im Ideal-Fall verwenden wir natürliches Licht. Wenn das nicht möglich ist, versuchen wir dieses mit Blitzen nach zu ahmen. Sprich: wir verwenden einen großen Lichtformer, wie eine Softbox oder einen Durchlichtschirm, um schönes weiches Licht zu erhalten.

speisen-fotografieren-Licht

Bei fast allen Speisenfotos fallen weiche Schatten nach vorne, das verrät die Position der Lichtquelle.

Die manuellen Einstellungen kennenlernen

Egal welche Kamera: Blende, ISO und Verschlusszeit bestimmen, wie das Foto aussehen wird. Wer diese drei Einstellungen beherrscht, hat schon halb gewonnen.

Der richtige Weißabgleich

Damit das Essen auf dem Bild genauso appetitlich aussieht wie in echt, ist der richtige Weißabgleich unerlässlich. Mit dem Weißabgleich kann man aber auch etwas „schummeln“. Ist das Bild zu kalt, dann einfach in der Nachbearbeitung den Farbtemperaturregler Richtung „warm“ ziehen.

speisen-fotografieren-Farbtemperatur

Mit der richtigen Farbtemperatur sieht der Gugelhupf noch einladender aus.

Bildgestaltung beachten

Wie bei allen Fotos ist der Bildaufbau wesentlich! Daher sollte man auf den goldenen Schnitt und den richtigen Bildausschnitt achten. Außerdem machen Kontraste das Bild interessant. Egal ob Farb-, Struktur-, Mengen- oder Formkontraste, gekonntes Gestalten macht das Bild zum Hingucker.

speisen-fotografieren-Bildkomposition

Wesentliche Bildelemente und Dekorationen werden an strategisch wichtigen Postionen platziert.

Post Processing

Genauso wie es bei einem Beautyportrait gehört die Retusche auch bei der Speisenfotografie zur Pflicht.

Cliff_Kapatais_fotografZur Person: Cliff Kapatais

Cliff Kapatais ist Berufsfotograf aus Wien. Seine Leidenschaft für Kochen und Fotografie haben ihn vor einigen Jahren zur Food Photography geführt. Wenn er nicht in der Küche oder im Fotostudio steht, gibt er sein fotografisches Wissen in Workshops an Privatpersonen und namhafte Unternehmen weiter.

Neben Food- und Konzertfotografie zählen Portrait- und Beautyshootings zu seinen Lieblingsbereichen. Cliff ist außerdem Initiator und Veranstalter der PIXEL.POWER – der Konferenz für Fotografie und Bildbearbeitung in Wien, wo namhafte und international erfolgreiche Top-Fotografen bei einer Konferenz und Workshops ihr Wissen weiter geben. Mehr unter Pixelcoma.com