Reisefotografie

Der Sommer ist endlich hier! Für viele von uns bedeutet das die Zeit der Ausflüge und Urlaube. Wir besuchen exotische Länder und bringen schöne Aufnahmen mit nach Hause, die uns an die interessante Kultur und die schöne Zeit dort erinnern sollen. Deswegen haben wir für Sie ein paar Tipps aus dem Bereich der Reisefotografie vorbereitet.

„Richtige“ Bedingungen 

Machen Sie das Beste aus den sich Ihnen bietenden Bedingungen. Wenn Sie z. B. Architektur fotografieren, aber das Gebäude eingerüstet oder das Licht schwach ist, kommt man idealerweise zu einem anderen Zeitpunkt zurück. Auf Reisen ist das oft nicht möglich, weil man nicht so lange vor Ort ist. Beziehen Sie deshalb die Bedingungen mit ein, werden Sie kreativ und versuchen Sie, die Szene auf eine andere interessante Art festzuhalten. 

Oft kostet die Reise in ein exotisches Land sehr viel Geld, nutzen Sie deshalb die Zeit bestmöglich. Lassen Sie sich von schlechten Bedingungen nicht abhalten. Überlegen Sie vor Ort, wie Sie die schönsten Bilder auch bei schlechtem Wetter schießen können. Oft wirkt eine Szene mit bewölktem Himmel und vereinzelt durchbrechenden Sonnenstrahlen schöner und plastischer als eine mit komplett blauem Himmel.

Finden Sie die beste Tageszeit 

Die Dämmerung und der Sonnenuntergang bieten die beste Lichtstimmung für atemberaubende Stadt- und Landschaftsaufnahmen. Früh aufstehen lohnt sich – so können Sie die Schönheit einer Landschaft in der Morgensonne festhalten. Da das Licht auch kurz vor Sonnenuntergang weich wird, lohnt es sich hier ebenfalls, Fotos zu machen.

Fotografieren Sie in den magischen Stunden

Viele Fotografen nutzen die sogenannte „blaue Stunde“ und „goldene Stunde“. Man muss sich allerdings bewusst machen, dass „Stunde” in diesem Falle nur ein ungefährer Begriff und die Zeitspanne oftmals viel kürzer ist. Viele Fotografen würden dabei für eine „blaue Stunde“, die länger als 60 Minuten dauert, sicherlich dankbar sein.

Der Begriff „blaue Stunde“ kommt vom französischen „l’heure bleue“ und beschreibt die Zeit vor der Dämmerung oder nach dem Sonnenuntergang. Normalerweise fängt sie ungefähr 30 Minuten nach dem Sonnenuntergang an. Achten Sie aber darauf, dass sich diese Zeit abhängig davon ändert, auf welchem Kontinent Sie sich zu welcher Jahreszeit befinden. 

Die „goldene Stunde“, die die erste und letzte Stunde des Tageslichts bezeichnet, wird oft auch „magische Stunde“ genannt und verdankt dies ihrer spezifischen Lichtstimmung. Während dieser Zeitspanne sorgt das schwindende Licht für einen geringeren Kontrast. Dies hat zur Folge, dass Schatten weniger dunkel erscheinen und sich bei hellen Stellen die Gefahr der Überbelichtung verringert. Die „goldene“ Stunde ist die perfekte Zeit für Landschaftsaufnahmen, da das weiche, warme Licht die Farben einer Szene hervorhebt und lebendig wirken lässt. 

Die Lichtqualität ist im Allgemeinen ein absolutes Geschenk und kann für außergewöhnliche Farben in Ihren Fotos sorgen. Dabei muss man erwähnen, dass sich viele Fotografen während der „blauen Stunde“ erleuchtete oder angeleuchtete Gebäude als Motiv aussuchen.  

Informieren Sie sich vor Ihrer Reise

Recherche ist der beste Freund eines Reisefotografen und ein unerlässlicher Teil der Reisevorbereitung. Verschiedene Reise- oder Fotomagazine bieten eine ideale Möglichkeit, sich über das jeweilige Reiseziel zu informieren. Achten Sie aber darauf, dass jeder Fotograf seinen eigenen Stil hat und das, was Sie fotografieren, nicht automatisch wie die Fotos in den Zeitschriften aussehen wird. Lassen Sie sich einfach von den Fotos der Profis inspirieren.

Darüber hinaus können Internetseiten wie Google Street View sehr hilfreich sein. Was könnte eine bessere Vorbereitung sein, als einen virtuellen Spaziergang durch die Straßen zu machen und interessante Winkel sowie potenzielle Szenen bereits im Vorfeld zu finden? Als Reisefotograf haben Sie vor Ort womöglich nicht immer genug Zeit, aber dank dieser kleine Hilfe wissen Sie, was Sie erwartet und fotografieren können. So haben Sie mehr Zeit, um sich auf die Fotografie zu konzentrieren und müssen keine Zeit und Energie mit der Suche nach dem perfekten Platz aufwenden. 

Reisen Sie leicht

Ich persönlich sehe keinen Grund, Tonnen von Technik mit auf Reisen zu schleppen und womöglich nicht alles davon zu nutzen. Das einzige, was ich wirklich empfehlen kann, ist, eine zweite Kamera dabeizuhaben – eine Kompaktkamera oder Ihr Smartphone. Sie wollen sicherlich nicht das Gefühl erleben, sollte Ihre erste Kamera kaputtgehen, keine weitere Möglichkeit zu haben, Bilder von einem Ort aufzunehmen, den Sie vielleicht nur einmal im Leben besichtigen. 

Des Weiteren nehme ich immer extra Batterien oder Akkus sowie mehrere Speicherkarten für den Fall mit, sollte es einmal nicht möglich sein, einen Akku vor Ort aufzuladen. Es gibt nichts Schlimmeres, als beim Fotografieren festzustellen, dass die Speicherkarte gleich voll oder die Batterie in wenigen Minuten leer ist und keinen Ersatz dabei zu haben. 

Seien Sie rücksichtsvoll

Beim Fotografieren sollten Sie respektvoll vorgehen. Ich persönlich frage immer um Erlaubnis, wenn ich eine Person fotografieren möchte. Verneint diese, akzeptiere ich die Entscheidung. Interaktion ist der Schlüssel! Es ist mir bereits mehrmals passiert, dass ich danach mit den Personen ins Gespräch gekommen bin und sie sich über die Aufnahmen gefreut haben. 

Für interessante Aufnahmen lohnt es sich außerdem, die Traditionen und Bräuche vor Ort zu kennen. Alles hängt dabei von dem Respekt ab, den Sie zeigen. Wenn Sie jemanden zu Hause oder ein abgelegenes Dorf besuchen, sollten Sie die Gepflogenheiten kennen und wissen, wie Sie sich benehmen müssen. Ab und zu ist es nicht so wichtig, aber manchmal eben doch. In einigen Ländern gelten strikte Regeln, was die Etikette betrifft, und diese sollten auch von Besuchern befolgt werden. Genau aus diesem Grund ist es besser, sich vor Reiseantritt zumindest mit den Verhaltens-Grundregeln vor Ort vertraut zu machen. Sicherlich wollen Sie nicht in eine Situation geraten, in der Sie jemandes Gefühle verletzen oder noch etwas Schlimmeres machen, was die Einwohner des Landes für inakzeptabel halten. 

Jeder Ort, den Sie besuchen, hat ein eigenes Aussehen, Kultur und Charakter. Gute Reisefotografie fängt diese unterschiedlichen Aspekte ein und erzählt somit seine Geschichte. Einer der schönsten Momente ist außerdem der, wenn Ihre Bilder Sie nach der Reise wieder an die schönen Orte zurückversetzen und Sie erneut die Atmosphäre und Macht der Stadt oder des Landes spüren lassen. 

Schreiben Sie einen Kommentar