Nikolaus und Krampus

Text: Florian Goppold

Nikolaus und Krampus gehören zur Adventszeit, wie der Glühwein zum Christkindlmarkt.  Ob traditioneller Einkehrbrauch zuhause, Nikolausumzug oder furchterregender Perchtenlauf, in den Alpentälern Österreichs wird dieser Adventbrauch noch in unterschiedlichsten Formen gelebt und aufrechterhalten.

nikolaus-krampus-krampuslauf-1500x500-1
Wenn sich im November die Auslagen der Bäckereien, Konditoreien und Supermärkte mit Schoko-Nikolausfiguren und Schoko-Krampusfiguren füllen, ist der 6. Dezember nicht mehr weit. Der Nikolaus bringt dem Handel 40 Millionen Euro jährlich. Im Gegensatz zu Bayern, wo der Nikolaus in der Gestalt des Weihnachtsmannes verkauft wird, wird in Österreich noch der „echte“ Schoko-Nikolaus mit Mitra und Stab angeboten. Die meisten Kinder kennen leider kaum noch den Unterschied zwischen dem Nikolaus und dem amerikanischen Weihnachtsmann. 

nikolaus-krampus-schokoladeDer Nikolaus blickt auf eine lange Geschichte zurück und gilt als einer der bekanntesten Heiligen der lateinischen Kirche. 270 n.Chr. wurde der spätere Bischof im griechischen Patras geboren, wo er zwischen 270 und 286 in Patara an der lykischen Küste lebte. Sein Gedenktag wird am 6. Dezember in zahlreichen Kirchen gefeiert. Der heilige Nikolaus gilt seit  jeher als Schutzpatron und Vorbild. Er half Seefahrern sicher in den Hafen zu kommen, er verteilte Getreide während einer großen Hungersnot, bewahrte zum Tode Verurteilte vor der Hinrichtung. Für viele Berufsgruppen ist der heilige Nikolaus von Myra ein Vorbild und dient als Schutzpatron, darunter sind Juristen, Apotheker, Kaufleute und Schneider.

Doch auch im Aussehen unterscheiden sich Nikolaus und Weihnachtsmann voneinander. Der Nikolaus trägt ein Bischofsgewand, einen Bischofsring, ein Brustkreuz, einen Hirtenstab und auch eine Mitra. Er hat auch ein Buch in der Hand, in welches die Sünden der Kinder eingetragen sind. Der Weihnachtsmann trägt dagegen ein Kostüm, das  oft an einen roten Bademantel erinnert.

In vielen Teilen Österreichs, aber besonders in Oberösterreich, blieb die Nikolo-Tradition in Form des „Einkehrbrauches“ noch weitgehend erhalten. Hier zieht der Nikolaus am 5. Dezember mit Einbruch der Dämmerung von Haus zu Haus und verteilt seine Gaben persönlich. Dazu werden die Kinder eine Woche vor dem 5. Dezember von den Eltern aufgefordert, in nächster Zeit besonders brav und gehorsam zu sein. Wie viel ein Kind geschenkt bekommt richtet sich nämlich nach der Leistung der Kinder in der Schule und wie sie sich  zuhause benehmen. Der heilige Nikolaus hat oft ein Buch mit, wo die Schulleistungen der Kinder eingetragen sind. Er lobt oder ermahnt die Kinder, also kommt ihm vorwiegend eine pädagogische Rolle zu. Nicht selten besucht der Nikolaus auch Kindergärten, wird jedoch meistens nicht vom Krampus begleitet.

Als Geschenke bringt er den Kindern Schoko-Nikolos, Mandarinen, Nüsse, Äpfel und Kekse und manchmal auch kleine Spielzeuge, verpackt in einem „Nikolosackerl“.nikolaus-krampus-krampuslauf-4

nikolaus-krampusOft wird der Nikolaus von dem dunklen „Krampus“ begleitet. Gehüllt in einen schwarzen Schafpelz und mit Hörnern auf dem Kopf gilt er als Schreckensgestalt und als Gegenfigur zum heiligen Nikolaus. Er soll mit seiner Rute freche und widerspenstige Kinder bestrafen. Doch heutzutage hat auch der Krampus oft Geschenke für die Kinder, um ihnen die Angst zu nehmen.

 

Schreiben Sie einen Kommentar