Nie ohne meine Olympus

Text und Foto: Ingrid Neve

Die E-M10 Mark III von Olympus ist bereits das dritte Modell der kleinsten OM-D Serie. Auch wenn sie sich vermeintlich eher an Einsteiger und Hobbyfotografen richtet, kann sie auch für anspruchsvolle Nutzer wie mich interessant sein. Deshalb habe ich natürlich keine Minute gezögert, als ich die Gelegenheit zum Testen bekam. Ich kann die Systemkamera wärmstens als Ersatz für jede Spiegelreflexkamera empfehlen.

Der Hersteller hat das Bedienkonzept gegenüber dem Vorgängermodell komplett überarbeitet, wodurch sich die Kamera so einfach bedienen lässt wie ein Smartphone. Passend zum schicken Äußeren gibt es eine Kameratasche im Retro-Stil. Sie schützt die Kamera nicht nur, sie komplettiert auch den klassischen Look.

Neben P, A, S, M, dem AUTO-, Scene-, Video- und Art Filter-Modus gibt es nun auch einen AP-Modus. Mit ihm können, ohne dafür das Menü aufrufen zu müssen, Funktionen wie Live Composite, Live Time, Mehrfachbelichtung, HDR, Panorama, Keystone-Korrektur, Belichtungsreihen oder Focus Bracketing verwendet werden.

Die Bildstabilisierung ist bei dieser Systemkamera sehr wirksam, in vielen Situationen kann daher auf ein Stativ verzichtet werden. Mir ist es sogar gelungen, mit einer Belichtungszeit von 1/15 Sekunde aus der Hand zu fotografieren.

Die E-M10 Mark III verfügt außerdem über 121 Kontrast-AF-Messfelder, die fast die gesamte Bildfläche abdecken. Besonders gut bei Videos, wenn größere Bildbereiche scharf gestellt werden sollen. Das Fokussieren erfolgt sehr schnell und präzise. Dazu kommt der superschnelle Touch-AF: Einfach das Display leicht berühren und das Motiv ist mit perfekter Schärfe eingefroren.

Aufnahmen bei normalen Lichtverhältnissen sind ausgezeichnet, mit zunehmender Dunkelheit steigt die ISO-Empfindlichkeit und somit das Bildrauschen. Bis ISO 1600 ist kein Rauschen wahrnehmbar.

Der Akku hielt von 11 Uhr bis 23 Uhr durch. Um diese Zeit war ich bereits auf dem Rückweg zur Unterbringung und somit zufrieden.

Ein Lob verdient der Micro-USB-Port, leider kann der Akku jedoch nicht über diesen Port aufgeladen werden. Das wäre auf Reisen extrem hilfreich. Aber vielleicht kommt das beim nächsten Modell. Mal sehen. Oder aber ihr nehmt einfach einen Ersatzakku mit.

Ich gehöre zu den Fotografinnen/Fotografen, die Einstellungen am liebsten manuell vornehmen. In den Straßen von Wien und unter idealen Licht- und Wetterverhältnissen habe ich die Funktionen der E-M10 Mark III auf Herz und Nieren geprüft und kann diese Kamera wirklich empfehlen – egal, ob Einsteiger oder erfahrener Fotograf.

Fotografische Tipps:

1. Sollen Ihre Fotos etwas Besonderes werden, so nutzen Sie alles, was Ihnen unterwegs auffällt. Mich interessierte die einfahrende U-Bahn. Um die Geschwindigkeit des Zuges darzustellen, habe ich den Fokus auf den wartenden Passagier gelegt.

2. Nutzen Sie auch Farbkontraste zu Ihren Gunsten, schon nach kurzer Wartezeit betritt gewiss jemand die Szene.

3. Beachten Sie auch Schaufenster und Reflexe darin, das Straßenleben muss nicht immer vordergründig abgebildet werden.

4. Keine Angst vor Experimenten. Fokussieren Sie auf das Objekt und bewegen Sie sich dann in Richtung des sich bewegenden Objekts. Sie erzielen damit einen sehr interessanten Effekt der Hintergrund-Unschärfe.

5. Nutzen Sie Gegenlicht, es verleiht der Szene eine besondere Atmosphäre. Auch einer wenig ansprechenden Umgebung kann man damit einen dramatischen Effekt verleihen.

6. Die Belichtungszeit ist eine kreative Essenz in der Fotografie. Spielen Sie damit.

Viele kreative Ideen und Mut beim Fotografieren!

 

„Als ich einmal dachte, einen Fehler gemacht zu haben, erwies es sich, dass es ein kreativer Moment gewesen ist.”Scott Fleming

Über die Autorin: „In meinem kreativen Leben bemühe ich mich, nach diesem Zitat zu handeln. Ich liebe die Kunst – ob nun als Betrachter oder als Autorin. Ich widme mich der Fotografie, dem grafischen Design, der Malerei und der Herstellung von Schmuck. Bei den Fotowettbewerben Fotomarathon 2014 und 2015 in Bratislava habe ich Plätze unter den ersten Zehn belegt. Ausstellungen hatte ich in meiner Heimat – in der Slowakei – und auch im Ausland, dennoch wage ich nicht zu behaupten, dass ich eine Berufsfotografin bin. Ich bin nur eine Pressburgerin mit künstlerischem Gefühl und Ausdruck, die gerne fotografiert und Spaß daran hat.“

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