Luberon: Eine Duftreise durch die Provence

Text und Foto: Marion Payr

Beim Öffnen des Autofensters wehen Düfte von Pinien, Ginster und Rosen um unsere Nasen. Eine Kurve weiter verändert sich plötzlich die Landschaft und wir riechen die Olivenbäume einer nahegelegenen Ölmühle. Nach der nächsten Ecke riecht es nach „Petits Pois“ – grünen Erbsen, die hier wachsen und auch zu köstlichen Gerichten verarbeitet werden. Willkommen im Luberon!provence_luberon-40

Mai – der perfekte Monat für einen Ausflug in die Provence!

Unsere Reise durch den Luberon ist eine Reise der offenen Autofenster. Die Luft im Mai ist warm, aber immer noch erfrischend in einer Weise, die jede Klimaanlage überflüssig macht. Begleitet von der duftgeschwängerten Brise ist das Umherfahren bereits ein Urlaub für sich.

provence_luberon-13Juwelen auf Hügeln, Mohnblumen in Tälern

Aber dann sind da noch die kleinen Dörfer, die wie Perlen an einer Kette aufgereiht liegen – jedes einzigartig in seiner Schönheit. Und die Mohnfelder, die überall im Mai blühen, sogar zwischen den Reihen der Olivenbäume oder an den Seiten der Autobahn. Das ist die Provence! Die Provence, an die ich mich aus meiner Kindheit erinnerte, als wir hier wochenlange Sommerpausen verbrachten.

provence_luberonEine neue Erfahrung der Provence

Als Kind erlebt man Reiseziele natürlich anders. Woran ich mich lebhaft erinnere, war der Geschmack von frischen Croissants am Morgen und das Plätschern und Glitzern des Wassers in unserem Pool. Ich erinnere mich, Pizza auf einem kleinen Platz in Aix-en-Provence zu essen, aber auch bei einer Weinprobe mit meinem Vater zu Tode gelangweilt zu sein. Dieses Mal würde meine Erinnerung ein wenig anders ausfallen!

Vier Tage, vier Hotels, vier Regionenprovence_luberon-6

Wir haben auf dieser kurzen Reise versucht, innerhalb von 4 Tagen so viel wie möglich abzudecken. Aus diesem Grund haben wir jeden Tag Hotels und Region gewechselt. Wenn wir mehr Zeit zur Verfügung gehabt hätten, wären wir gerne länger in Les Baux-de-Provence im Hotel “Baumaniere“ und im “La Bastide de Voulonne” geblieben. Aber Schritt für Schritt!

Tag 1 – Avignonprovence_luberon-25

Was ich als Kind nicht geschätzt habe, ist was ich diesmal liebte: Zum Beispiel den Besuch der „Lambert Collection“ – ein Museum, das der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist. Während die aktuelle Ausstellung nicht allzu interessant war, hat das Gebäude selbst einige erstaunliche architektonische Elemente und es gibt spannende standortspezifische Installationen.

Tag 2 – Roussillonprovence_luberon-9

Roussillon ist „eines der schönsten Dörfer in Frankreich” – ein Titel, der von einer Kommission vergeben wird, nachdem ein Dorf sich bewirbt und alle notwendigen Kriterien erfüllt. Dieser Titel zieht viele Besucher an – weshalb einige Dörfer entschlossen haben, sich erst gar nicht für diese Auszeichnung zu bewerben. Während Roussillon definitiv malerisch ist, zogen wir Dörfer wie „Oppede le Vieux” vor. Dieses trägt zwar nicht den wunderbaren Titel, zeigt sch aber von seiner schönsten Seite und ist deutlich ruhiger und weniger überlaufen.

Tag 3 – Gordes, Ménerbes, Aptprovence_luberon-26

Bei einer Rundreise durch die Provence sind die vielen verschiedenen, kleinen Dörfer willkommene Stationen. Jedes wartet mit architektonischen Highlights, süßen Restaurants und lokalen Handwerks-Geschäften auf. Sie sind am besten am frühen Morgen oder am späten Nachmittag zu entdecken, damit man ihre Schönheit in Ruhe wirklich genießen kann.

Tag 4 – Les Baux-de-Provenceprovence_luberon-33

Unser letzter Tag war einem Gebiet etwas außerhalb des Luberon gewidmet, der aber immer noch Teil des Vaucluse-Viertels ist. Les Baux-de-Provence liegt in einer bergigen Region der Provence und hat daher einen ganz anderen Reiz und Charme. Aufgrund seiner Fülle an Kalkstein war die Region für ihre Steinbrüche bekannt.

provence_luberon-35Einer dieser verlassenen Steinbrüche wurde zu einem immersiven Kunsterlebnis mit dem Titel „Les Carrieres de Lumieres” umgestaltet. In diesem ehemaligen Steinbruch wird Kunst durch Lichtprojektionen und Musik lebendig. Die Ausstellung, die wir erleben durften, zeigte eine magische Installation über die universelle Geschichte von Anfang und Ende des Lebens auf der Erde, Himmel und Hölle – alles mit Werken von Bosch, Brueghel und Arcimboldo.

Der Lavendel blüht nur im Juli

provence_luberon-37Der einzige Wermutstropfen bei einem Besuch im Mai ist, dass der Lavendel noch nicht blüht. Es ist so, als würden sich alle das ganze Jahr über auf diese kurze Zeit im Juli vorbereiten und das spürt man. Die Geschäfte verkaufen das ganze Jahr über Lavendelprodukte – von Lavendel-Tee bis hin zu Lavendelseife aller Art. Man muss jedoch vorsichtig sein: Nicht jeder Lavendel ist der gleiche. Im Lavendelmuseum lernt man den Unterschied zwischen echtem Lavendel mit seinen unverzweigten Blütenstielen und anderen Formen wie Speiklavendel.

provence_luberon-45Wer den echten Lavendel in voller Blüte erleben möchte sollte rechtzeitig im Voraus buchen. Diese Jahreszeit (in der Regel im Juli) ist die Hauptsaison des Tourismus in der Provence! Wir planen definitiv, eines Tages wiederzukehren – nur um dieses Spektakel zu erleben und den ursprünglichen, wahren Duft der Provence zu riechen: Den Duft von frischem Lavendel!

 

Zur Person: Marion Vicenta Payr

Ist Reisefotografin und Bloggerin auf www.thetravelblog.at. Besser kennt man sie allerdings unter ihrem Instagram-Pseudonym @ladyvenom, wo sie Einblicke in ihre Reisen von Namibia über
Südtirol und Jordanien bis zu den Färöer Inseln gewährt. So unterschiedlich Natur und Kultur auch sein mögen, am Ende sind die Menschen doch auf der ganzen Welt dieselben. Und das nimmt sie von jeder Reise wieder mit nach Hause: Das Gefühl eins zu sein mit allem!

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